Digitaler Kapitalismus: Unternehmenspraxen und Gegenbewegungen am Beispiel Amazon und Uber

Datum
Veranstalter

Böll Bildungswerk

Veranstaltung

Samstag 5. Dezember und Sonntag 6. Dezember 2015, jeweils von 10:00 –18:00 Uhr

Der Fahrdienst Uber gilt als eins der Vorzeigeunternehmen der sogenannten Share Economy und Amazon ist binnen weniger Jahre zum weltgrößten Onlineversandhändler gewachsen, der in Sachen Digitalisierung vielen anderen Unternehmen ein Vorbild geworden ist. Uber, Amazon sowie auch andere „Online Labor Pools“ mischen alte Arbeitsbereiche wie den Personen-Transport, das Hotelwesen oder den Einzelhandel mächtig auf.

Aber gleichzeitig waren beide Unternehmen in den vergangenen Jahren mit massiven Widerständen konfrontiert: Uber wurde in der Folge zu Beginn dieses Jahres vom Landesgericht Frankfurt bundesweit verboten. Dieses Verbot ist hauptsächlich der Erfolg des Verbundes Taxi Deutschland. Auch in Frankreich und den USA kam es zum Teil zu massiven Widerständen von Taxi-Unternehmen. In 2016 will Uber gegen diese Verbote auf EU-Ebene gerichtlich vorgehen. Wird der Widerstand gegen ein Unternehmen wie Uber Bestand haben, das eine selten offensive Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit betreibt?

In Amazons deutschen Versandzentren wurde seit 2013 immer wieder Widerstand gegen die schlechten Arbeitsbedingungen organisiert und auch gestreikt. Die bei ver.di organisierten Beschäftigten treten trotz prekärer Arbeitsverhältnisse mit einer beeindruckenden Ausdauer und Widerständigkeit gegen den Konzern an. Auch auf Amazons Crowdworking-Plattform "Mechanikal Turk" gibt es immer wieder Organisierungsbemühungen der Arbeiter_innen. Aber können diese Kämpfe gegen solche kapitalistische Unternehmen erfolgreich sein, die mit Hilfe von digitalen Technologien ganz neue Formen von Kontrolle und Herrschaft über die Beschäftigten ausüben?

Der Wochenend-Workshop nimmt die beiden Unternehmen und die Widersprüche, die sie produzieren zum Anlass, die jeweiligen Geschäftspraxen, Arbeitsbedingungen und spezifischen Widerstände vorzustellen und eine theoretische Einordnung von solcher Art Unternehmen entlang von Konzepten wie „Plattformkapitalismus“, „Digitaler Arbeit“ und „Share Economy“ vorzunehmen. Abschließend wollen wir gemeinsam mit Blick auf existierende Widerstandspraxen nach gemeinsamen weitergehenden Handlungsfeldern suchen.

Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.