Info-Veranstaltung

Ein Gedenken mit der AfD? Diskussionsveranstaltung

Datum
Veranstalter
Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz
Veranstaltung

In Lichtenberg existiert seit vielen Jahren eine aktive Erinnerungskultur, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und den antifaschistischen Widerstand zu ehren. Sowohl zivilgesellschaftliche Akteure als auch kommunale Strukturen (Bezirksamt/BVV) brachten sich in der Vergangenheit in dieses Gedenken ein.
Mit dem Einzug der rechtspopulistischen AfD in die Parlamente verändert sich die erinnerungspolitische Lage. Welches Verhältnis hat die AfD zur Erinnerungskultur? Ist ein vermeintlich unpolitisches Gedenken möglich? Welchen Auftrag hat Erinnerungsarbeit im Rahmen politischer Bildung? Wie können zivilgesellschftliche Akteure Gedenken in ihrem Kiez gestalten?

Wir diskutieren mit:
Prof. Dr. Christoph Kopke (Universität Potsdam)
Erika Rathmann (Berliner VVN - BdA, Lichtenberg)
Tanja Kinzel (Polit. Bildungsarbeit, Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ravensbrück)
Moderation: Annika Eckel (LichtBlicke: Fach- & Netzwerkstelle, Berlin Lichtenberg

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Buchvorstellung: Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück

Datum
Veranstaltung

Buchvorstellung und Gespräch

Überlebende als Akteurinnen.
Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück

Henning Fischer (Autor) im Gespräch
mit Dr. Bärbel Schindler-Saefkow (Internationales Ravensbrück-Komitee)

Das Buch beschreibt die Lebensgeschichten einer Gruppe von kommunistischen Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück bei Berlin und ihrer sozialen und politischen Verbände, der Lagergemeinschaften, in BRD und DDR von 1945 bis 1989.

Veranstalter*innen: "Aktiv in Lichtenberg e.V." und Berliner VVN-BdA e.V.

Henning Fischer : Überlebende als Akteurinnen .Die Frauen der  Lagergemeinschaft Ravensbrück:Biografische Erfahrung und politisches Handeln, 1945 bis 1989,Konstanz 2017

Juventa - Jugend rettet - ein Crewmitglied berichtet

Datum
Veranstalter
Aktiv in Lichtenberg
Veranstaltung

Juventa Boot

Das Massensterben von Geflüchteten im Mittelmer ist unbegreiflich groß - und es wäre noch größer, wenn nicht unzählige freiwillige Helfer*innen und Aktivist*innen tagtäglich Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken retteten. Wir haben ein Crewmitglied der Juventa von "Jugend rettet e.V." zu Gast, die von den Rettungseinsätzen berichtet.

Einführend zeigen wir die halbstündige Doku „Rettung in letzter Sekunde- Titus' gefährliche Mission“, in der die 37-Grad Redaktion des ZDF die Crew der Juventa einige Wochen im Mittelmeer während ihrer Rettungsmission begleitet. Genau zu der Zeit, als versucht wird die Mission zu kriminalisieren.

Mord verjährt nicht! - Der Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg

Datum
Veranstalter
Context e.V.
Veranstaltung

Seit Februar 2016 soll sich Hubert Zafke, der 1944 als SS-Sanitäter im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz Dienst tat, vor Gericht verantworten. Ihm wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3.681 Fällen vorgeworfen. Der Angeklagte zeigt keine Reue. Und das Landgericht Neubrandenburg kein Interesse daran, die Frage der Schuld zu klären. Immer wieder wurde das Verfahren verschleppt, Überlebenden des Holocaust mit Missachtung begegnet. Staatsanwaltschaft und Nebenklage lehnen den Richter wegen Befangenheit ab – einzigartig in der deutschen Justiz.

Das öffentliche Interesse an dem Prozess ist groß. Jedoch ist die Presseberichterstattung einerseits auf die Justizpannen, andererseits auf die Gebrechen des Angeklagten fokussiert. Aufgrund des hohen Alters des Angeklagten wird das Strafverfahren bisweilen infrage gestellt. Um die historische Einordnung der Taten, die Aufarbeitung des Holocaust nach 1945 und die Perspektiven von Opfern und Überlebenden von Auschwitz geht es in der öffentlichen Auseinandersetzung kaum.

Dem begegnet der Verein Context e.V. – mit Informationen zum laufenden Verfahren sowie zum historischen Geschehen. Auf einer Internetseite werden aktuelle Informationen zum Prozessverlauf gegeben. Daneben informieren Hintergrundartikel über den Angeklagten, das Tatgeschehen und die Ermittlungen. Das Projektteam begleitet das Verfahren zudem auf Facebook und Twitter.

Die Etablierung der DDR

Datum
Veranstalter
Aktiv in Lichtenberg
Veranstaltung

In der Veranstaltungsreihe "Zurück nach Vorn" wollen wir mit euch gemeinsam die Geschichte der DDR mit kritischem Blick von links diskutieren.

In der ersten Veranstaltung „Die Entstehung der DDR“ (26.04.2016) wurde die Zeit der Sowjetischen Besatzungszone von 1945 bis 1949 vorgestellt und diskutiert. Daran anknüpfend soll nun die Anfangsphase der DDR thematisiert werden.

Dazu gibt Kai Krüger einen geschichtswissenschaftlichen Überblick von 1949 bis in die frühen 1970er Jahre: zur Konstituierung der Volkskammer und der Staatsorgane sowie strukturverändernden Maßnahmen, aber auch zu Ereignissen während des Aufbaus des Sozialismus, wie die Kollektivierung der Landwirtschaft, 17. Juni 1953, zu Mauerbau, Bildungspolitik, Lebensstandart und wirtschaftlicher Entwicklung.

Eine Teilnahme an der ersten Veranstaltung ist für das Verständnis nicht notwendig.

Nach dem Vortrag gibt es ausreichend Zeit für Nachfragen bzw. Diskussion.

 



Der Referent Kai Krüger promoviert an der FU Berlin in Geschichte zur Darstellung der deutschen Wirtschaft seit 1945 in aktuellen Schulgeschichtsbüchern.

Die Entstehung der DDR

Datum
Veranstalter
Aktiv in Lichtenberg
Veranstaltung

In der Veranstaltungsreihe "Zurück nach Vorn" wollen wir mit euch gemeinsam die Geschichte der DDR mit kritischem Blick von links diskutieren.

Eine Grundlage hierfür ist eine Betrachtung der Entstehung der DDR: aus der Sowjetischen Besatzungszone über die Staatsgründung 1949 bis zur Erlangung der fast vollständigen Souveränität im Jahr 1955 und die Integration in den "Ostblock". Diese Entwicklung kann allerdings nur im Kontext der Konstituierung der Bundesrepublik sowie deren Einbindung in die NATO betrachtet werden. Dieser wollen wir uns mit zwei Veranstaltungen im April und Juni widmen.

In der ersten Veranstaltung am 26. April 2016 gibt es einen ausführlichen Vortrag zu dieser Entwicklung – vor allen aus sozial- und wirtschaftshistorischer Perspektive. Schwerpunkt der Veranstaltung ist der Zeitraum von 1945 bis 1955. Neben der politischen Konstituierung werden Themen wie Entnazifizierung, Reparationen, Währungsreformen, "Wirtschaftswunder", Streiks, Wahlen, die Etablierung der Planwirtschaft sowie zeitgenössische Debatten und Auseinandersetzungen um einen "neutralen" und/oder sozialistischen Weg jenseits der Blockbildung vorgestellt. Darüber hinaus soll gezeigt werden, wie sowohl während der Entwicklung der zwei Staaten, aber vor allem auch heute mit dieser Vergangenheit Geschichtspolitik zur Legitimierung der aktuellen Politik genutzt wird.

Im Anschluss an den Vortrag wird es viel Raum für eine Diskussion geben.

Der Referent Kai Krüger promoviert an der FU Berlin in Geschichte zur Darstellung der deutschen Wirtschaft seit 1945 in aktuellen Schulgeschichtsbüchern.

 

In der zweiten Veranstaltung im Juni wird die Zeit von 1955 bis zu den Ostverträgen und der Anerkennung der DDR durch die Bundesrepublik Anfang der 1970er Jahre vorgestellt. Hierzu gibt es im Vorfeld noch eine weitere Einladung.

 

Die »Blumenstraßenkrawalle« 1872: Zur historischen Kontinuität von Verdrängung und Widerstand

Datum
Veranstalter

Nouvelle Dune

Veranstaltung

Dass „die Menschen vor allem essen, trinken, wohnen und sich kleiden“ müssen, nannte Friedrich Engels eine „handgreifliche Tatsache“. Ebenso handgreiflich wird der staatliche Gewaltmonopolist, sollte jemand die für die temporäre Benutzung von Wohnraum an dessen Privateigentümer abzutretende Summe nicht mehr aufwenden können oder wollen. Alleine in Berlin gibt es Schätzungen zufolge zwischen 5000 und 7000 Zwangsräumungstermine jährlich, wobei meist die Androhung einer gewaltsamen Räumung bereits ausreicht, damit die Mietpartei das Feld räumt. Doch nicht immer: Seit einigen Jahren zeigt die Arbeit von Zwangsräumung Verhindern, auch inspiriert durch den Erfolg der mittlerweile in rund 200 spanischen Städten aktiven „Plataforma de los afectados por la hipoteca“ (PAH), dass Zwangsräumungen auch hierzulande be- und verhindert und konkrete Verbesserungen erkämpft werden können.

Sowohl Zwangsräumungen als auch gleichsam spontaner wie selbstorganisierter Widerstand gegen diese Maßnahmen sind dabei kein neues Phänomen. Seit jeher waren erstere Teil der der Logik des Kapitals - nach der, wer nicht arbeitet, weder essen noch anständig wohnen können soll - folgenden Verdrängungsprozesse. 1872, ein Jahr nach der Niederschlagung der Pariser Kommune, kam es nach der Zwangsräumung eines Tischlers in der Blumenstraße und dem Abriss einer Barackensiedlung zu Ausschreitungen in Berlin-Friedrichshain: Die „Blumenstraßenkrawalle“ gehören zu den spektakulärsten Ereignissen in der langen Geschichte der Berliner Mieterproteste. Die damalige Wohnsituation war gekennzeichnet durch Bauspekulation, Wohnungsnot und eine fast völlige Rechtlosigkeit der MieterInnen. Ein Pulverfass, welches durch die Räumungen zum Explodieren gebracht wurde: Die Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht konnten erst nach drei Tagen und dem Eingriff des Militärs beendet wurden.

Über die „Blumenstraßenkrawalle“ und ihre Einordnung referiert Axel Weipert. Er ist Historiker und Autor der Bücher „Das Rote Berlin. Eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830 – 1934“ (2013) sowie „Die zweite Revolution. Rätebewegung in Berlin 1919/1920“ (2015).

Übrigens äußerte Weipert zur Veröffentlichung von „Das Rote Berlin“ in einem taz-Interview: „Wenn mein Buch dazu dienen könnte, heutigen Aktiven Ideen, Mut und Selbstbewusstsein zu vermitteln, würde mich das natürlich freuen. Gerade die lokale Geschichte der eigenen Stadt oder des eigenen Kiezes ist dafür besonders geeignet – so wird Geschichte anschaulich.“ Womit wir prompt bei der Situation des Kiezladen Friedel54 wären: Der sich als soziales Zentrum in Nord-Neukölln verstehende Projektraum wurde zu April 2016 gekündigt und ist akut von der Räumung bedroht. Er muss sich ebenso wie die Hausgemeinschaft der Friedelstraße 54 mit der besitzenden Immobilienfirma herumschlagen. Vor dem Vortrag wird es die Gelegenheit geben, mehr über den Kiezladen und seine Lage zu erfahren. Der Eintritt ist frei, gespendet werden darf gerne.

Themennachmittag zum Aufstand in Sobibór mit Zeitzeugengespräch und Dokumentarfilm

Datum
Veranstalter
Aktiv in Lichtenberg e.V. und VVN BdA e.V.
Veranstaltung

Sobibor Flyer Wir laden ein zum Themennachmittag von 16-19 Uhr zum Aufstand in Sobibór mit Zeitzeugengespräch, Input und Diskussion zur aktuellen Situation der Gedenkstätte in Sobibór und dem Dokumentarfilm "Aufstand in Sobibór ". Kurt Gutmann konnte 1939 mit einem Kindertransport nach England ausreisen. Seine Mutter und sein ältester Bruder wurden im NS Vernichtungslager Sobibór ermordet. Er selbst kam als Soldat der Britischen Armee nach Deutschland zurück und arbeitete als Dolmetscher in Kriegsgefangenenlagern. Kurt wird berichten, wie er nach dem Krieg vom Schicksal seiner Familie erfuhr und welche Bedeutung seine Fahrten nach Sobibór und der Kampf um das Gedenken und gegen den Faschismus für ihn haben. Steffen Hänschen vom Bildungswerk Stanislaw Hantz, das jährlich u a. Fahrten nach Ostpolen nach Treblinka, Sobibór und Belzec organisiert, wird über den aktuellen Stand bei der Neukonzeption der Gedenkstätte Sobibór erzählen. Anschließend sehen wir den russisch-holländischen Dokumentarfilm "Aufstand in Sobibór " (112 min.), in dem vier Teilnehmer/-innen des Aufstands und ein weiterer Überlebender des Lagers vom Aufstand berichten: der ehemalige Anführer Aleksander Petscherskij in Rostow am Don, Regina Zielinski in Australien, Samuel Lerer in den USA, Stanisław Szmajzner in Brasilien sowie Jules Schelvis in Amsterdam.

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